Positionspapier 1 2026

Positionspapier #1 2026: Wie auch zukĂŒnftig Wirkung erzielen und nachweisen?

Kommunikationssteuerung & Management

Wie auch zukĂŒnftig Wirkung erzielen und nachweisen?

Positionspapier #1 2026 des DPRG/AG CommTech Arbeitskreises Kommunikationssteuerung

📅 Mai 2026
📄 DPRG/AG CommTech – Arbeitskreis Kommunikationssteuerung

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Die wichtigsten Erkenntnisse

Fragmentierte Öffentlichkeiten, Vertrauensverlust und wirtschaftlicher Druck verlangen von der Unternehmenskommunikation mehr strategische SteuerungsfĂ€higkeit als je zuvor.

Das DPRG/ICV-Wirkungsstufenmodell ist als Branchenstandard bekannt – wird aber kaum als ganzheitliches Steuerungsmodell verstanden und angewendet. Es gibt eine klare UmsetzungslĂŒcke.

Kommunikationscontrolling ist kein wissenschaftliches Beweisverfahren, sondern ein EntscheidungsunterstĂŒtzungssystem – Ziele und konsistente Indikatoren reichen fĂŒr wirksame Steuerung aus.

CommTech und KI machen das integrierte Stakeholdermanagement beherrschbar. Wer heute nicht um Wirkung weiß, handelt ziel- und planlos.

Ausgangslage

Vier Faktoren, die modernes Kommunikationsmanagement prÀgen

„Die” Öffentlichkeit gibt es nicht mehr. Fragmentierte Bubbles, der Bedeutungsverlust redaktioneller Medien und der im Edelman Trust Barometer 2026 beschriebene gesellschaftliche Vertrauensverlust verĂ€ndern die Rahmenbedingungen grundlegend. Unternehmen – denen noch am ehesten Vertrauen entgegengebracht wird – haben die Chance und die Pflicht, durch substanzielle, konsistente Kommunikation gegenzusteuern.

Hinzu kommen Transformation und Krisen als Dauerzustand – von Digitalisierung und KI ĂŒber Nachhaltigkeit bis zu geopolitischen Verwerfungen – sowie wirtschaftlicher Druck, der den Handlungsspielraum der Kommunikationsverantwortlichen begrenzt. Gleichzeitig eröffnen CommTech und generative KI neue Möglichkeiten: methodisch belastbare Kommunikation lĂ€sst sich heute ohne großen Ressourcenaufbau realisieren.


Position & Aufgabe

Kommunikation als strategisch relevante Funktion – nicht als Dienstleister

Zentrale Aufgabe der Unternehmenskommunikation ist es, Bezugsgruppen gezielt und differenziert anzusprechen, zu informieren und zu ĂŒberzeugen – im Einklang mit Strategie und Werten der Organisation. Diese Aufgabe geht ĂŒber eine reine Dienstleistungsfunktion hinaus: Kommunikationsmanagement ist organisational-strategisch relevant, und leitende Kommunikationsverantwortliche sind strategische Berater von Vorstand und GeschĂ€ftsfĂŒhrung.

Damit rĂŒckt Reputation als strategische Zieldimension in den Fokus – verstanden als kollektive Wahrnehmung durch Stakeholder, deren wirtschaftliches Ergebnis die StabilitĂ€t von Kooperations- und Zahlungsbeziehungen ist. Nicht Output, sondern Wirkungen im indirekten Outcome und Outflow stehen im Mittelpunkt: Einstellungen, Verhaltensdispositionen und konkretes Verhalten der Stakeholder – und deren Auswirkung auf die unternehmerische Wertschöpfung.


Bestandsaufnahme

Was bisher nicht gelungen ist – und warum

Die kritische Expertenrunde zieht Ende 2025 eine ernĂŒchternde Bilanz: Kommunikationscontrolling als ganzheitlicher Steuerungs- und Managementansatz hat die Praxis in der Breite nicht erreicht. Es dominieren fragmentierte Medienresonanzanalysen und punktuelle Wirkungsmessungen – eine durchgehende Steuerung von Input ĂŒber Output und indirekten Outcome bis zum Outflow ist selten zu finden. Reputation ist kaum als strategischer Erfolgsfaktor in Unternehmensziele integriert.

Die Hindernisse sind Haltung und Wissensstand der handelnden Personen sowie die wahrgenommene KomplexitĂ€t eines ganzheitlichen Ansatzes. Das Wirkungsstufenmodell ist als Bezugsrahmen bekannt, wird aber kaum als wirksames Steuerungsmodell angewendet. SpĂ€testens bei der nĂ€chsten Sparrunde kommt es zur ErklĂ€rungsnot – dabei wĂ€re das vermeidbar.


Neue Initiative

Ein neuer Referenzort fĂŒr zielorientierte Kommunikationssteuerung

Der DPRG/AG CommTech Arbeitskreis Kommunikationssteuerung will die Logik des Wirkungsstufenmodells fĂŒr die heutige Situation neu fruchtbar machen – unter Nutzung von CommTech und KI. Das Ziel: einen neuen Referenzort schaffen, der die Diskussion im Licht aktueller Rahmenbedingungen fĂŒhrt, Impulse fĂŒr die Praxis liefert und Umsetzungen inspiriert. Kommunikationssteuerung bedeutet dabei die zielorientierte, iterative Ausrichtung von Kommunikation auf Basis von Indikatoren – als EntscheidungsunterstĂŒtzung, nicht als Kontrollsystem.

Konkret steht der Arbeitskreis dafĂŒr, die Sprache des Top-Managements zu sprechen, Erfahrungen aus dem Marketing einzubeziehen und die Nutzung von Daten fĂŒr die integrierte Steuerung zu etablieren. Geplant sind ein jĂ€hrlicher Fachtag sowie die Einbringung der Positionen in aktuelle Fachkreise und Kollaborationsformate.

Was dieses Positionspapier leistet

Lageanalyse & Einordnung

Klare Bestandsaufnahme der aktuellen Herausforderungen fĂŒr Kommunikationsmanagement – von fragmentierten Öffentlichkeiten bis zum gesellschaftlichen Vertrauensverlust.

Konzeptionelle Basis

Einordnung des Wirkungsstufenmodells in die heutige CommTech- und KI-Debatte – mit klarer Abgrenzung zwischen pragmatischer Steuerung und empirischem Beweis.

Positionierung & Agenda

Sieben konkrete Positionen des Arbeitskreises Kommunikationssteuerung – als Grundlage fĂŒr praxistaugliche LeitfĂ€den, Best Cases und den neuen Fachdialog.

Autoren & Arbeitskreis
+
Dr. Reimer Stobbe
Dr. Mark-Steffen Buchele
Rainer Pollmann
Nadin Ernst
Dr. Isabel Victoria
Dr. Andreas JĂ€ggi
ComImpact Schweiz
Andreas Quest
Steffen Rufenach
Prof. Dr. Michael BĂŒrker
Göran KĂŒgler
Florian MĂŒller
Manuel Wecker
Dr. Jan Dietrich MĂŒller

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