Impulspapier: Herausforderungen in der Erfolgsmessung 2026

Impulspapier: Herausforderungen in der Erfolgsmessung 2026
Erfolgsmessung

Herausforderungen in der Erfolgsmessung 2026 – und die Lösungsansätze dazu

Ein Impulspapier der AG CommTech mit dem Reifegradmodell für Kommunikations-Controlling

📅 Januar 2026
📄 AG CommTech – Cluster Wirkungsmessung

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Die wichtigsten Erkenntnisse

Fast die Hälfte der Manager bezweifelt, dass Budget und Ressourcen der Kommunikationsabteilung gerechtfertigt sind – der Druck zum Wirkungsnachweis ist so hoch wie nie.

Die meisten Organisationen bewegen sich zwischen Reifegrad 2 und 3: Monitoring ist etabliert, strategische Datennutzung steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Über 90 % der PR-Profis sehen KI als Game Changer für die Erfolgsmessung – aber erst 15 % nutzen KI-gestützte Analytik aktiv.

LLM-Visibility – also wie Unternehmen in Sprachmodellen wie ChatGPT auftauchen – wird als neue Kennzahl sichtbar: 67 % glauben, sie wird bald Standard.

Fünf Herausforderungen dominieren 2026: Output-Orientierung, ROI-Nachweis, Datensilos, Kompetenzlücken und die Mensch-Maschine-Balance bei KI.

Ausgangslage: Zwischen Tradition und datengetriebener Zukunft

Der Druck auf Kommunikationsverantwortliche, den Wert ihrer Arbeit nachzuweisen, ist deutlich gestiegen. Moderne Standards wie die Barcelona-Prinzipien und das DPRG/ICV-Wirkungsstufenmodell fordern schon lange, Kommunikation an Outcomes statt an reinen Outputs zu messen. Gleichzeitig eröffnet CommTech neue Möglichkeiten: KI-Tools erlauben heute präzisere Wirkungsanalysen als je zuvor. Dennoch bleibt die Spannbreite der Praxis enorm – von manuellen Pressespiegeln bis zu KI-gestützten Prognosemodellen.


Das Reifegradmodell

5 Stufen der Erfolgsmessung – wo stehen Kommunikationsabteilungen 2026?

Stufe 1 – Ad-hoc Monitoring („Beobachter”): Unsystematische, reaktive Beobachtung ohne KPIs. Rund 20 % der PR-Verantwortlichen weltweit betreiben noch keine formale Erfolgsmessung.

Stufe 2 – Systematisches Monitoring („Sammler”): Regelmäßige Clipping-Reports, erste KPIs wie Reichweite und Tonalität. 81 % der PR-Teams messen heute quantitativ – aber meist ohne strategische Nutzung der Daten.

Stufe 3 – Integrierte Medienanalyse („Analytiker”): KPI-Frameworks entlang der Wirkungslogik, Botschaftsresonanz, Benchmark gegen Wettbewerb. Die Mehrheit strebt diesen Level an – 54 % kämpfen aber damit, PR-Metriken wirklich mit Business-Zielen zu verknüpfen.

Stufe 4 – Data-driven Analytics („Strategist”): Kommunikationsdaten werden mit Unternehmenskennzahlen korreliert, Predictive Models erkennen Krisenfrühindikatoren. Erst 15 % der PR-Teams nutzen KI-gestützte Analytik aktiv – der Trend zeigt aber klar in diese Richtung.

Stufe 5 – Agentic & Predictive Communication Intelligence („Innovator”): Vollständig KI-gestützte, autonome Kommunikationssteuerung in Echtzeit. Derzeit noch ein Zielhorizont – aber einer, der die notwendigen Fähigkeiten für heute definiert.


5 Herausforderungen & Lösungsansätze

Was Kommunikationsabteilungen 2026 konkret angehen müssen

1. Output-Orientierung überwinden: Kennzahlen ohne Aussage – viele Teams messen, was einfach messbar ist, nicht was wichtig ist. Lösung: Outcome-Ziele von Beginn an definieren, Messinfrastruktur auf Wirkungsindikatoren ausrichten, Evaluationskultur als Lernprozess verankern.

2. Wertbeitrag und ROI nachweisen: Über die Hälfte der PR-Profis kann den Effekt auf Geschäftsergebnisse nicht solide quantifizieren. Lösung: Attributions- und Korrelationsmodelle aufbauen, Kommunikationsdaten mit Web-Traffic und Sales-Daten verknüpfen, gemeinsame OKRs mit anderen Abteilungen definieren.

3. Datensilos schließen: Viele Tools, wenig Integration – wertvolle Insights versickern in Fragmentierung. Lösung: Zentrale Analytics-Plattform als „Single Source of Truth”, Datenfluss-Roadmap entwickeln, CommTech-Governance-Strukturen etablieren.

4. Kompetenzlücke schließen: Fehlende Datenkompetenz und Messkultur bremsen den Fortschritt. Lösung: Weiterbildung institutionalisieren, Analytics-Rollen schaffen, Evaluation als festen Projektbestandteil einplanen und Lernkultur fördern.

5. KI und Predictive Analytics gezielt nutzen: 2026 geht es nicht mehr um ob, sondern wie KI orchestriert wird. Lösung: Pilotprojekte definieren, Mensch-Maschine-Rollen klar abgrenzen, KI als Assistenz positionieren – und Kreativität als das bewahren, was KI nicht kann.


Fazit

Drei Kernimplikationen für den DACH-Raum

Erstens: Die Grundlagen müssen stimmen – ohne verlässliches Monitoring keine zielgerichtete Analyse, ohne diese keine datengestützte Prognose. Zweitens: Die Messung muss konsequent an Zielen ausgerichtet werden – weg von reinen Output-Zahlen hin zu wirkungsbezogenen Indikatoren. Drittens: Offenheit für neue Technologien zahlt sich aus – KI erleichtert die Arbeit immens, ersetzt aber nicht die strategische Denkleistung. Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Mensch und Maschine kooperieren: KI für Mustererkennung und Geschwindigkeit, der Mensch für Interpretation und Kreativität.

Was dieses Impulspapier leistet

Standortbestimmung

Das Fünf-Stufen-Reifegradmodell hilft, den eigenen Status quo ehrlich einzuordnen – und die nächsten Schritte gezielt zu planen.

Lösungsrahmen

Zu jeder der fünf Herausforderungen werden technische, strategische, organisatorische und kulturelle Maßnahmen konkret beschrieben.

Zukunftsorientierung

LLM-Visibility, Agentic AI und Predictive Analytics: Das Papier zeigt, welche Fähigkeiten jetzt aufgebaut werden müssen, um 2026 und darüber hinaus wettbewerbsfähig zu bleiben.

Autoren & wissenschaftliche Begleitung
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Jörg Forthmann
IMWF
Andreas Rossbach
Acronis

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