- 6. Mai 2026
- Veröffentlicht durch: Die Redaktion
- Kategorie: LESETIPPS
Communication Management Radar 2026

Der „Communication Management Radar 2026“ von Dr. Michelle Wloka und Prof. Dr. Ansgar Zerfass von der Universität Leipzig, veröffentlicht durch die Academic Society for Management & Communication, verdichtet auf Basis von Literaturanalysen und Fokusgruppen mit Kommunikationsverantwortlichen fünf Entwicklungen, die die Praxis strukturieren. Der Report verbindet diese Beobachtungen eng mit konkreten Handlungsansätzen, die mehr als Verschiebung von Arbeitslogiken denn als operative Anleitungen zu verstehen sind.
Auffällig ist, dass die Empfehlungen konsequent auf Stabilisierung unter unsicheren Bedingungen zielen. Im Kontext „Simulated Communication“ wird etwa vorgeschlagen, Inhalte stärker auf Auffindbarkeit in KI-Systemen auszurichten und Monitoring neu zu denken – nicht mehr als bloße Aggregation von Daten, sondern als kuratierte Einordnung. Gleichzeitig rückt der Schutz von Glaubwürdigkeit als eigenständige Ressource in den Vordergrund. Für den Umgang mit „Constrained AI Agents“ wird eine vorsichtige Integration beschrieben: Systeme sollen entlang klarer Einsatzkontexte bewertet, kontinuierlich überwacht und in bestehende Verantwortungsstrukturen eingebettet werden, statt sie isoliert zu skalieren.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf internen Fähigkeiten. Angesichts von „Cognitive Drift“ plädiert der Report dafür, KI als unterstützendes Werkzeug zu nutzen, ohne zentrale Kompetenzen wie kritisches Denken oder Urteilsfähigkeit zu substituieren. Parallel verschiebt sich mit „Power Flux“ der Fokus auf Beziehungsarbeit: Einfluss entsteht zunehmend über Vertrauen, Vernetzung und Moderation, weniger über formale Positionen. Ergänzend setzt „Strategic Subtraction“ auf bewusste Reduktion, etwa durch Priorisierung, das Beenden von Aktivitäten und die Kopplung von Strategie und operativer Arbeit.
