- 4. August 2026
- Veröffentlicht durch: Die Redaktion
- Kategorie: LESETIPPS
Oxford-GlobeScan Survey 2026: Geopolitik und KI bestimmen die Corporate-Affairs-Agenda

Zum siebten Mal haben die Saïd Business School der University of Oxford und das Beratungsunternehmen GlobeScan Kommunikations- und Corporate-Affairs-Verantwortliche weltweit befragt. Für die Ausgabe 2026 gaben 294 Fachleute aus 51 Ländern zwischen dem 4. Februar und dem 27. März Auskunft. Die Befragung nimmt jährlich in den Blick, welche Risiken und Chancen Unternehmenskommunikatoren für die kommenden zwei Jahre sehen, wie sich Prioritäten in den drei ESG-Säulen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung verschieben und wie die Corporate-Affairs-Funktion selbst aufgestellt ist.
Wie überall weltweit stehen geopolitische Risiken auch in Europa an erster Stelle, gefolgt von Risiken rund um KI und Technologie, die global von 17 auf 44 Prozent springen. Eine europäische Besonderheit ist der Blick auf die Regulierung: 17 Prozent der Befragten in Europa nennen regulatorischen Druck als eines der größten Risiken, deutlich mehr als in anderen Regionen. Bei den Chancen führt auch hier Innovation, Digitalisierung und KI mit 73 Prozent. Anders als in den meisten Regionen folgt in Europa auf Platz zwei allerdings Stakeholder-Engagement und Vertrauensaufbau, und das Thema Qualifizierung und Talentgewinnung spielt zusammen mit Südamerika die größte Rolle.
Auffällig ist der Umgang mit Unternehmenszweck und Haltung. Nur 24 Prozent der europäischen Befragten berichten von mehr Purpose-Diskussionen in der Geschäftsleitung, der niedrigste Wert aller Regionen. Gleichzeitig sind europäische Fachleute beim Blick auf die eigene Disziplin besonders selbstkritisch. Diese Kritik reicht bis hin zu Forderungen nach einer radikalen Neuausrichtung der eigenen Funktion.
