- 6. Mai 2026
- Veröffentlicht durch: Die Redaktion
- Kategorie: LESETIPPS
BUILDING A COMMUNICATIONS TEAM THAT IS NOT HUMAN

Das Whitepaper „Building a Communications Team That Is Not Human“ von Nanne H.C. Bos, veröffentlicht durch die Scriptorium Initiative, dokumentiert ein Experiment zur Frage, ob sich die internen Dynamiken eines Kommunikationsteams mit agentischer KI nachbilden lassen. Im Fokus steht dabei die Rekonstruktion jener Entscheidungsprozesse, die Kommunikation prägen, bevor sichtbare Ergebnisse entstehen.
Zentral ist die Verschiebung der Perspektive: Kommunikationsteams werden nicht als bloße Produktionsstätten verstanden; sie bilden Systeme zur Entscheidungsfindung unter Unsicherheit. Qualität entsteht demnach aus strukturierter Auseinandersetzung. Unterschiedliche Rollen wie etwa Project Leads, Stakeholder Intelligence oder Communications Strategist bringen gezielt Spannungen ein, die nicht aufgelöst, sondern produktiv gemacht werden. Entscheidend ist also weniger Konsens als die Art, wie Dissens organisiert wird. Zu schnelle Einigung führt zu austauschbaren Ergebnissen, ungefilterte Divergenz zu Inkonsistenz. Leistungsfähige Teams bewegen sich dazwischen, getragen von gemeinsamem Verständnis und klaren Rollen.
Darauf aufbauend identifiziert das Paper eine Leerstelle in aktuellen KI-Architekturen. Neben Aufgaben (was getan wird) und Kontext (was bekannt ist) fehlt häufig eine explizite Intent-Ebene. Sie legt fest, welche Ziele priorisiert werden und wie Zielkonflikte aufzulösen sind. Im Prototyp wird diese Ebene operationalisiert, indem mehrere spezialisierte KI-Rollen miteinander interagieren und Entscheidungen aushandeln. Leitend ist dabei ein übergeordnetes Prinzip: Kommunikation dient primär dem Aufbau von Vertrauen. Metriken wie Reichweite oder Effizienz bleiben nachgeordnet. Die Gestaltung von Intentwird so zur zentralen Steuerungsaufgabe in agentischen Systemen.
