Edelman Trust Barometer 2026

Der Edelman Trust Barometer 2026 basiert auf einer jährlichen Online-Befragung in 28 Ländern mit knapp 34.000 Teilnehmenden (Feldzeit: Oktober/November 2025). Der Report bündelt die Einschätzungen zur Vertrauenslage in Wirtschaft, Regierung, Medien und NGOs und diagnostiziert 2026 auf deren Grundlage eine wachsende „Insularität“: eine zunehmende Zurückhaltung, Menschen oder Institutionen zu vertrauen, die als anders wahrgenommen werden.

Zentral ist die Diagnose einer global verbreiteten Abschottung: Sieben von zehn Befragten geben an, zögerlich oder gar nicht bereit zu sein, Personen mit anderen Werten, Informationsquellen oder Lebensstilen zu vertrauen. Parallel wächst die Sorge vor wirtschaftlichem Abstieg, Arbeitsplatzverlust und Desinformation. Rund die Hälfte der Niedrig- und Mittelverdiener befürchten, durch Generative AI nicht profitieren zu können, sondern im Gegenteil von den Entwicklungen abgehängt zu werden. Nur noch 32 Prozent glauben, dass es der nächsten Generation besser gehen wird. Vertrauen verschiebt sich dabei: Während Arbeitgeber und Unternehmen im globalen Durchschnitt zulegen, verlieren nationale Führungspersonen und Medien. Besonders markant ist die Einkommenskluft. Der Vertrauensabstand zwischen oberem und unterem Einkommensquartil hat sich seit 2012 mehr als verdoppelt; Menschen mit niedrigerem Einkommen berichten deutlich häufiger von einem Gefühl der Benachteiligung.

Als Gegenkonzept führt der Report „Trust Brokering“ ein: Institutionen und Führungskräfte sollen Unterschiede nicht einebnen, sondern moderieren, gemeinsame Interessen sichtbar machen und Dialog ermöglichen. Auffällig ist, dass Arbeitgeber hier als vergleichsweise glaubwürdig gelten und die geringste Lücke zwischen Erwartung und wahrgenommener Leistung aufweisen. Vertrauen wird damit weniger als Imagefrage beschrieben, sondern als Ergebnis konkreter Interaktion über Differenzen hinweg.



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