„Über KI spricht man am besten in persönlichem Austausch“

Das Regionaltreffen „Süd“ der AG CommTech am 12. März bei E.ON in München bot auch in diesem Jahr wieder einen vielfältigen und inspirierenden Blick auf die digitale Transformation der Kommunikation. Expert*innen aus Unternehmen und Organisationen nutzten die Gelegenheit, um sich intensiv zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und die aktuellen Herausforderungen rund um KI, Strategie und Organisationsentwicklung zu diskutieren.

Ein Höhepunkt war die Einordnung der KI- und Kommunikationsstrategie von E.ON Energie Deutschland, die Maike Molling und Stefan Moriße eindrucksvoll präsentierten. Ihr Blick in einen cross-funktional organisierten, themenzentrierten und datengetrieben gesteuerten Newsroom machte deutlich, wie GEO – Generative Engine Optimization – über Earned, Shared und Owned hinweg systematisch vorangetrieben werden kann. Die Reaktionen aus dem Raum zeigten: Genau solche Einblicke schaffen Orientierung in einer Zeit, in der niemand die eine Antwort auf KI hat, Organisationen aber mutig experimentieren müssen.

Im Anschluss stellte Dr. Reimer Stobbe die aktuelle CommTech-Index-Studie vor und moderierte durch den Abend. In der Gruppenarbeit wurde dabei rasch klar, dass viele Fragen weiterhin offen sind: Wie verändert KI die Rolle von Kommunikator*innen? Was bedeutet das für Rollenprofile, Teamstrukturen und das Standing der Kommunikation im Unternehmen? Und welche neuen Kennzahlen brauchen wir eigentlich, um KI-Effekte messbar zu machen?

Gleichzeitig kristallisierten sich mehrere zentrale Handlungsfelder heraus, die für die zukünftige Arbeit der AG wichtig sein werden:

  • Die Geschwindigkeit der Entwicklung ist enorm – nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell. Viele Teams kämpfen damit, mitzuhalten und gleichzeitig stabil zu bleiben.
  • Ohne klare Strategie geht es nicht. Oft wird zu stark in Tools gedacht und zu wenig in Zukunftsbildern. Ein gemeinsames Narrativ, das Orientierung schafft, wird wichtiger denn je.
  • Ethik und Nachhaltigkeit von KI gehören zwingend auf die Agenda. Neben technischen Fragen ist die Haltung entscheidend – gesellschaftlich, politisch und im Unternehmen.
  • Kommunikation braucht ein System. Die Vielzahl an Inhalten lässt sich nur dann erfolgreich orchestrieren, wenn Earned, Shared, Owned und Paid zusammengedacht werden.

Weitere Impulse kamen aus der Diskussion rund um integrierte Kommunikation, die eindrucksvoll unterstrich, wie wichtig gemeinsame Ziele und einheitliche Messmethoden bleiben – insbesondere dann, wenn datenbasierte Argumente helfen, interne Diskussionen zu versachlichen.

Das Treffen endete nicht nur mit neuen Einsichten, sondern vor allem mit dem Gefühl: Wir stehen mitten in einem tiefgreifenden Wandel. KI verändert Rollen, Prozesse, Erwartungshaltungen – und bietet enorme Chancen, wenn wir sie verantwortlich, strategisch und systematisch nutzen.

Die gute Nachricht: Der Gesprächsbedarf ist groß, der Austausch wertvoll – und die Einladung zum nächsten Regionalstammtisch im Biergarten steht bereits in Aussicht.



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